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ich breite einsam beide Arme aus,
und keiner sagt mir, wo ich hingehöre.
......

aus Rilke: "Mir ist, als ob ich alles Licht verlöre"

Samstag, 7. Dezember 2013

Atmen, du unsichtbares Gesicht


I.Sonett

hören


Atmen, du unsichtbares Gesicht!
Immerfort um das eigne
Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht,
in dem ich mich rhythmisch ereigne.

Einzige Welle, deren
allmähliches Meer ich bin;
sparsamstes du von allen möglichen Meeren, -
Raumgewinn.

Wieviele von diesen Stellen der Räume waren schon
innen in mir. Manche Winde
sind wie mein Sohn.

Erkennst du mich, Luft, du, voll noch einst meiniger Orte?
Du, einmal glatte Rinde,
Rundung und Blatt meiner Worte.


Aus Rainer Maria Rilke: Die Sonette an Orpheus, Zweiter Teil

Das Video zum Gedicht ansehen:


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